Übersicht

Übersicht

Vorbemerkung: In den Beschreibungen verwende ich die zeitgenössischen Ortsbezeichnungen, wie sie auch im Quellenmaterial zu finden sind.
Auf den Unterseiten, bei Wegbeschreibungen und Vorstellungen von Einzelobjekten werden die heutigen Bezeichnungen verwendet.

In den Jahren 1933/ 34 erkannte die tschechische Führung, dass vom erstarkten Hitlerdeutschland eine ernsthafte Gefahr für Tschechien ausgehen konnte. Das mit einer Kriegsstärke von 1,5 Mill. Mann eher schwache tschechische Heer schien ungeeignet, 2800 km Grenze und 15 Millionen Einwohner ohne technische Sperren zu schützen. Aufbauend auf den französischen Erfahrungen des 1. Weltkrieges (und mit französischer Unterstützung) wurde deshalb 1934 mit der Planung und dem Bau einer Landbefestigung begonnen, die im Endausbau das gesamte tschechische Staatsgebiet umfassen sollte. Diese Landbefestigung bestand aus Werkgruppen, wie wir sie auch vom Westwall her kennen, aus leichten Einzelbauwerken und aus technischen Sperrmitteln.

Im wesentlichen kann man folgende Abschnitte unterscheiden:

  • Die Nordfront zwischen Oder und Elbe
  • Die Nordwest- und Westfront mit mehreren hintereinander liegenden Befestigungslinien
  • Die Südfront zwischen Moldau und Donau
  • Die Südfront an der ungarischen Grenze
  • Die Nordfront an der Grenze zu Polen
  • Binnenländische Befestigungen auf den Böhmisch- Mährischen Höhen und ostwärts der March

Die auf der Eingangsseite vorgestellten Kleinbunker gehören zur Schöberlinie, die Bestandteil der Nordfront zwischen Oder und Elbe war und sich ursprünglich von Harrachsdorf am Westende des Riesengebirges bis nach Herrnskretschen an der Elbe erstreckte.

Für uns besonders interessant sind natürlich die schweren Befestigungen mit Werken und Werkgruppen.
Werkgruppen gab es in folgenden Gebieten:

  • zwischen Oder und Riesengebirge
  • auf dem rechten Oderufer an der Olsa- Mündung
  • im Brückenkopf Engerau bei Preßburg
  • zwischen Znaim und Lundenburg (erst 38 begonnen)

Die interessantesten Werkgruppen und auch Einzelwerke finden sich also heute zwischen Male Fatra und Riesengebirge.

An Bauten wurden in der tschechischen Landbefestigung verwendet:

  • MG- Schartenstände leichter Bauart, die Schutz gegen Gewehrfeuerm Granatsplitter etc boten, Feuerwirkung meist gegen die Front
  • MG- Schartenstände mittlerer Bauart, Schutz bis10 cm Kaliber, Feuerwirkung meist gegen die Flanken
  • Einzelwerke (Infanteriewerke), Schutz bis Kaliber 21 cm
  • bombensichere Werkgruppen

Daneben wurde seitens der Tschechei zurückgegriffen auf technische Sperreinrichtungen wie Stacheldrahtfelder, Baumsperren mit und ohne Sprengsicherung, Gräben gegen Überwinden mit KfZ etc. Auch die Zerstörung von Brücken und anderen wichtigen Verkehrseinrichtungen war vorgesehen.

Zum Kampfeinsatz der tschechischen Landbefestigung kam es nie. Heute sind noch viele Kleinbunker und auch Werke sowie Werkgruppen in Masse gut bis sehr gut erhalten.