Koralle

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Bild Karte
Luftschutzbunker Lage Koralle
Grunddaten
Land: Deutschland
Bundesland: Brandenburg
Kreis: Barnim
bei Ort: Lanke
Höhenlage der Anlage: 66 m ü. NN
Geografische Lage in UTM: 32 U 0622170
5627509

Koralle war Führungsstelle des Oberbefehlshabers der Marine, Chef der Seekriegsflotte und Befehlshabers der U-Boote.

Generelles

andere Bezeichnungen/ Decknamen

  • Marinebauverwaltung Lanke
  • Marinestandortverwaltung Lanke
  • Kriegsmarine-Marineneubauverwaltung Lanke
  • Funkstelle Lanke
  • M.N.O. Bernau
  • MDV Bernau
  • Marinenachrichtenschule Bernau

Lage

Im Waldgebiet südlich der Ortsverbindungsstraße Lanke - Bernau.

Größe

54 Hektar.

Geplante Nutzung

Zentrale Marine-Funkleitstelle für U-Boot-Operationen

Kurzbeschreibung des Aufbaus der Anlage

Auf dem weitläufigen Gelände entstanden eine Vielzahl an Gebäuden und technischen Einrichtungen. Neben Lagerbaracken, Antennenfeldern und Unterkünften sind besonders zu erwähnen:

  • Wohnhaus Dönitz (Haus Bergauf)
  • Lagezimmerbunker
  • Luftschutzbunker
  • Fernmeldegebäude mit Tiefbunker
  • Splitterschutzstände
  • Abwasserbehandlung
  • getarnte Feuerlöschteiche

Plan der Anlage

Der Bau

Baubeginn

Konkrete und standortbezogene Vorplanungen ab 1939; der Bau wurde durch Veränderungen des Kriegsverlaufes teilweise unterbrochen.

Bauleitung

Aussagen zur Bauleitung und zu zivilen Baufirmen werden nachgereicht. Es gibt in Archivunterlagen sehr unterschiedliche Aussagen hierzu, die noch überprüft werden.

Beteiligte Baufirmen

Eingesetzte Arbeitskräfte

Bauende/ Einstellung der Arbeiten

Die Anlage wurde am 15.07.44 offiziell bezogen (nach Umbenennungsbefehl). Die Bauarbeiten zogen sich jedoch bis zur Einnahme durch die Rote Armee hin.

Erreichter Ausbauzustand

Im wesentlichen fertiggestellt.

Die Bauarbeiten nach Bezug betrafen vor allem den Luftschutzbunker und die Fertigstellung von Infrastruktur. An den Antennenanlagen wurde ebenfalls ständig weitergebaut.

Außenanlagen

In Koralle wurden nur wenige verbunkerte/ unterirdische Bestandteile errichtet. Der Masse der Gebäude wurde oberirdisch errichtet. Meist handelte es sich um nicht unterkellerte Baracken. Einzig die Baracke des M.N.D. besaß einen Keller zur sicheren Aufbewahrung von Dokumenten.

Das gesamte Gelände war umzäunt.

Außerhalb des Geländes befand sich ausweislich der vorhandenen Luftbilder ein kleines Flugfeld. Über eine Nutzung für das Objekt Koralle gibt es weder Unterlagen noch Zeitzeugenhinweise. Es wird allgemein einem weiteren Objekt zugeordnet, das sich am in der Nähe liegenden Hellsee befand.

Häftlingseinsatz

Es sind keine Unterlagen bekannt, die auf Häftlingseinsatz schließen lassen.

Aus einer Zeitzeugenaussage ergibt sich, daß ein kleiner Trupp (ca. 10 bis 15 Personen) von Strafgefangenen zeitweise zu Schachtarbeiten von Kabelkanälen eingesetzt wurde. Diese Aussage konnte bislang nicht bestätigt werden.

Die Verwendung

Tatsächlicher Nutzer

Nutzung als Hauptquartier des OKM und Teilen der Skl.

Aufgabe/Einnahme

Ab Januar 45 wurden Verlegungen aus Koralle durchgeführt, aber Teile weiter in der ursprünglichen Funktion genutzt.

  • 08.01.45: Beginn der Aufstellung von Alarmeinheiten aus dem Personalbestand Koralle.
  • 08.02.45: Verlegung von Teilen des Stabes nach Sengwarden. Es verbleib nur noch eine Notbesetzung zur Aufrechterhaltung der wichtigsten Funkverbindungen in Koralle.
  • 19.04.45: letztmaliger Aufenthalt von Dönitz in Koralle, 22.30 Uhr Verlegung der engeren Stabsteile nach Berlin-Dahlem.

Am 21./22.04.45 Einnahme durch die Rote Armee.

Nachkriegsverwendung

Alle verbunkerten Teile wurden nach Kriegsende gesprengt, die Baracken abgerissen. Die verbunkerten unterirdischen Bereiche des Fernmeldegebäudes wurden schrittweise provisorisch wieder instandgesetzt und durch die GSSD erst als Munitionslager und ab ca. 1969 für Führungsstäbe genutzt.

Der größte Teil des weiträumigen Geländes wurde von den Kampfgruppen der DDR und von Bereitschaftspolizeieinheiten zu Übungszwecken genutzt.

Heute

Heutiger Zustand

Das ehemals russisch genutzte Gelände befindet sich im Eigentum des Landes Brandenburg. Bis Ende 2005 hat die AGESB (siehe Ansprechpartner) noch einen Gestattungsvertrag.

Das umliegende Gelände ist frei zu Betreten. Es sind allerdings nur noch Fundamente der Gebäude und Rudimente technischer Einrichtungen zu finden.

Das Haus "Bergauf" befand sich bis Anfang 2005 in Nutzung durch die Hoffnungsthaler Anstalten und ist danach aufgegeben worden.

Offene Fragen

  • Die bereits genannte Problematik zu den beteiligten zivilen Baufirmen
  • Es wird noch der Standort eines Tiefbrunnens gesucht, der u.a. die Ringleitung zur Brandbekämpfung speiste.
  • Der Verlauf der russischen Abwasserentsorgung im Fernmeldebunker steht noch nicht fest.

Infos

Archivmaterial

Luftbilder

Literatur

Richter/Holz: Deckname Koralle, Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft, ISBN 3-930588-58-7

Ansprechpartner

Weblinks

Sonstiges

Weitere Bilder

Hauptgang unter dem ehemaligen FE-Gebäude
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